F wie Frachtschiff, Y wie Yacht

„Wie sieht die Lage für Euch aus?“ frage ich einen Freund, der 3 Kleinfrachtschiffe betreibt. Ich hätte besser nicht gefragt. Er hörte nicht auf.

Die Kleinfrachtschiffe verkehren zwischen den nahen Häfen und wickeln das an Fracht ab, wofür man große Frachtschiffe nicht einsetzen kann (in Türkisch: Koster).

Der Freund berichtet, was mir so nicht aufgefallen war aus den Medien. Fast 200 Schiffe wären über 30 Jahre alt und müssten dringend erneuert werden. Den Stillstand der türkischen Wirtschaft würden sie in voller Härte spüren, zumal sie nur von Inlandsaufträgen leben.

Die finanziellen Spielräume zur Erneuerung der Schiffe, aber auch die geeigneten Kredite gäbe es nicht. In der Branche wurde seit 3 Jahren kein neues Schiff mehr gekauft.

Der zuletzt gesunkene 46 Jahre alte „Bilal Bal“ riss 7 Seeleute in den Tod.

Der Zuletzt versunkene Frachter „Bilal Bal“ wäre 46 Jahre alt gewesen und riss 7 Menschen in den Tod. In Europa dürften so alte Schiffe erst gar nicht eingesetzt werden, sagte er.

Im Gegensatz dazu, kann ich als Beispiel die Yachthersteller aufführen, die rein nur für die Exportmärkte arbeiten. In den meisten Industrieländern brummt die Wirtschaft und die Menschen investieren in Hobby und Luxus. Gut für die türkischen Yachtbaubetriebe.

Die Yachtbau der Türkei weist seit Jahren Steigerungen auf. Bis Ende Oktober wurden Yachten im Wert von 1,09 Milliarden Euro exportiert. Mit den vorliegenden Bestellungen werden bis Ende des Jahres 1,2 Mrd. Euro überschritten sein. Dieses würde eine Steigerung von 35% zu 2016 bedeuten.

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