Kapitalflucht aus der Türkei – Wer sich schon von Restposten nicht trennen kann…

Über die Jahre habe ich natürlich viele nette Erfahrungen gemacht im deutsch-türkischem Geschäftsleben. Die Verhaltensmuster der Kulturen waren sich selten ähnlich bis ganz anders.

Dieser Tage, wo der Kapitalflucht aus der Türkei in vollem Gange ist, registriere ich die gleichen Verhaltensmuster, die ich früher mit Restpostenanbietern erlebte. Der Deutsche verkauft Restposten zum bestmöglichen Preis, aber weit unter dem Einstandspreis, denn die Gewinne sind mit dem Produkt schon gemacht worden und jetzt soll nur noch das Lager leergeräumt werden.

Nicht so beim türkischen Restpostenanbieter. Die gehen zwar vom Gewinn etwas runter, wollen aber sogar bei den Restposten noch gutes Geld verdienen. Einem Türken zu erklären versuchen, wie „Restposten“ auf den Weltmärkten definiert sind, ist ein hoffnungsloses Unterfangen, die man unterlassen sollte.

Dieser Tage nun, wandeln viele still und heimlich z.B. die Immobilien in Geld um und transferieren es ins Ausland. Entweder um es in Sicherheit zu haben, aber auch um sich und den Kindern eine neue Existenz im Ausland aufzubauen. Der Hauptgrund ist, die gute Bildung für die Kinder.

Die Menschen tun sich sehr schwer unter Preis zu verkaufen. Die Gene sind nun mal auf Höchstgewinne geeicht, wie soll der Mann über seinen Schatten, der ziemlich hoch ist, springen?

Warum ich mit dem Thema jetzt komme? Gerade habe ich einen, der hat 9 Wohnungen für gutes Geld verkauft und hat eine letzte Immobilie. Er verlangt wohl 380.000 EUR, hat einen Interessenten, der 350.000 EUR geben möchte. „Komm, verkaufen und erledigt!“ sage ich.

„Da sind aber doch 2 tolle Pinienbäume im Garten, den Preis muss ich haben.“

Die Familie ist bereits in der neuen Heimat, die Kinder schon in der Schule und er muss noch solange in Ankara im Hotel übernachten, bis er die zwei Pinienbäume im Garten weg denkt und nachkommen kann.

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