Als ich dem Basketballsport den Rücken kehrte

Wenn man mich so reden hört, könnte man direkt meinen: „Der fühlt sich aber bestimmt wohl auf der Bühne.“ Weit verfehlt, kann ich da nur sagen. Sobald ich die Augen auf mich gerichtet sehe, oder spüre, sehe ich alt aus. Eher innerlich. Bühnenangst wird bei mir großgeschrieben. Mittlerweile ist es so, dass mir wohl bewusst ist, dass bei einem Workshop, oder Veranstaltung ich mich länger vorne bewähren muss, dann brauche ich halt nur Zeit. Nach ca. 20 Minuten laufe ich mich warm und komme auf Betriebstemperatur. Ab da: „Was kostet die Welt?“

Ich war noch in der 7. Klasse des Işık Gymnasiums in Istanbul, doch blieben meine Qualitäten im Basketball, verbunden mit meiner Körpergröße von 1,85, nicht lange unentdeckt. Der Coach nahm mich in die Schulmannschaft. Also dürfte ich den Spielern, die allesamt mindestens 3 Jahre älter waren als ich, zusammenspielen. Unsere Schulmannschaft war fast Abonnementsmeister der Schulen der Türkei. Voller Stolz trainierte ich auf meinen Einsatz zu.

Die Schule hatte eine Halle mit 3.000 Sitzen, die immer bis auf den letzten Platz gefüllt waren. Mein Puls dürfte konstant auf 200 gewesen sein. Als das Spiel losging, saß ich noch auf der Ersatzbank. Dann in der 27. Minute passierte es. „Gleich kommst du dran Ahmet!“ sagte der Coach. „Tod auf Zuruf!“ hätte der Film heißen können, nein, ich lebte noch. Nicht viel, aber ich lebte. Eigentlich zitterte ich am ganzen Körper. Wie sollte das gut gehen, fragte ich mich. Gerade wollte ich mir antworten, fand ich mich schon auf dem Feld.

Ganz wage kann ich mich noch an die Zuschauer und die Zurufe aus meiner Umgebung erinnern. Auf dem Spielfeld waren 9 Spieler und 1 Baum, ich. So wie er gepflanzt wurde, stand er da.

Ob ich vom Feld weggetragen wurde, oder ob ich selber rausgegangen bin, weiß ich nicht mehr. Später erzähle man mir, dass ich 9 Sekunden im Spiel war. „Wie war ich?“ Nein, war ein Scherz, natürlich habe ich nicht gefragt.

Anschließend hatte ich mehr Freizeit, zumal ich nicht mehr mit der Mannschaft trainieren brauchte.

Gerade schreibe ich meinen Bestseller. Ein Buch wäre zu einfach, ich schreibe einen Bestseller. Da wollte ich diese Anekdote vorweg schicken. 

Lektorat folgt noch.

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