Unter die Lupe genommen: Die Türkei-Wirtschaftsnachrichten

Die Türkei, während politisch ein Erdrutsch passiert, versucht die Wirtschaft ihren eigenen Weg zu gehen. Anhand einiger Meldungen kann man sehen, wie unterschiedlich dabei die Entwicklungen sind und wie viel Spielraum für Missverständnisse und Täuschungen besteht.

Sisecam, kauft eine Fabrik in Ägypten. Die Kapazität soll bei 100 Mio. Teilen/Jahr liegen. Pearl of Glass Manufacturing ist ein 1986 gegründetes Unternehmen. Seit 1992 soll die Firma exportieren. 80% des Umsatzes macht der Export aus. Sisecam gehört zur Pasabahce Gruppe und ist das größte Unternehmen der Sparte weltweit.

„Der Einzelhandelsumsatz ist um 2,1% gestiegen“ ist die Schlagzeile. Bei genauer Betrachtung erfährt man, dass die Steigerung nur den Vergleich zum Vormonat bedeutet. Liest man also nur die Überschrift, könnte man sich irreführen lassen. Im Vergleich zum Vergleichszeitraum des Vorjahres soll der Einzelhandelsumsatz um 0,4% zurückgegangen sein. Die Besucherzahlen sind im März um 5,1% gestiegen. Das betrifft nur den März. Allgemein ist bekannt, dass Januar und Februar fast in allen Branchen schwach ausfallen. Nimmt man das erste Quartal des Jahres, so sind die Besucherzahlen um 2,8%, gegenüber dem letzten Jahr, gefallen. Hierbei muss man bedenken, dass schon letztes Jahr wg. der Terrorangst die Menschen die EKZs gemieden hatten. Also sind die Wachstumszahlen als relativ zu betrachten.

„Die Mittelständler stehen für Bargeld Schlange“ ist eine andere Überschrift. 448 Mrd. TL also über 130 Mrd. EUR haben die Mittelständler der Türkei Darlehen in Form von Bargeld, in den ersten 4 Monaten aufgenommen, die sie als Betriebsmittel einsetzen. 130,4 Mrd. TL sonstige Kredite kamen hinzu. Die hohe Kreditaufnahme wird, laut den Experten, ca. 1% zum Wirtschaftswachstum beitragen. Dieses an die Adresse derer, die sich alsbald über die Wachstumszahlen freuen werden.

Mit der Aufhebung des Ausnahmezustandes wird die österreichische DOKA (Schalungen) 60 Mio. EUR in ein neues Werk in der Türkei investieren, sagte der Türkei CEO Ender Özatay. Dass Doka Erfolg in der Türkei hat, kommt nicht von Ungefähr. Bei der regen Bautätigkeit im Lande finden die Schalungen guten Absatz. Auch sollen die Vermietungen von Schalungen, im Vergleich zum Vorjahr von 5 auf 40% Anteil am Gesamtumsatz gestiegen sein. Aserbaidschan, Irak, Iran und Kasachstan werden ebenfalls von der DOKA Türkei aus bedient.

Die Süd-Koreanische CJ Logistic (5,7 Mrd. USD Umsatz), hat sich an der türkischen CABA & Misnak Proje beteiligt. Die Süd-Koraner sind, wie die Kataris sehr aktiv in der Türkei und befinden sich in der Großeinkaufphase. Noch vor einigen Monaten kaufte man die Mars Cinema Group für 800 Mio. USD.

Renault hat die meisten Autos verkauft. Der türkische Automobilmarkt ist, im Vergleich zu den ersten 4 Monaten des letzten Jahres, um 7,8% geschrumpft. Renault verkaufte in den ersten 4 Monaten 31.000 , VW 29.000 und Fiat 28.000 Fahrzeuge.

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