Industrie 4.0, oder eine 4:0 Niederlage für die türk. Wirtschaft

Diktatur, Religion, Wahlbetrug, Ja-Front, Nein-Front, Abschaffung der Demokratie, das Kaltstellen der Oppositionellen, Syrien, kurdischer Staat, PKK u.v.a.m. Das sind die Themen der neuen Türkei. Der Regierungsapparat ist lahmgelegt. Es geht um die Machtkämpfe des Herrn Erdogans und die Sicherung seiner Position bis an sein Lebensende.

Was passiert in dieser Zeit auf der Welt? Die Karawane zieht weiter.

Da in der Türkei kaum jemand die Zeit hat die weltweiten Entwicklungen und Trends zu registrieren, kommen immer neue Risiken auf die Türkei zu.

Heute möchte ich nur eines davon erwähnen. Wie bekannt, ist die türkische Automobilindustrie schon ein Faktor auf der Welt. Viele ausländischen Autohersteller und deren Zulieferer tummeln sich auf dem Markt und machten, bei der letzten Bekanntgabe des Wirtschaftswachstums von 2,9%, fast die Hälfte des Wachstums aus.

Wie vor allen Wahlen, kündigt die AKP, samt dem neuen und alten Parteivorsitzenden Erdogan, den ersten Wagen aus türkischer Entwicklung und Produktion. Schon vor zwei Jahren hat man einen 8 Stelligen Euro-Millionenbetrag in die Marke Saab investiert, bis am Ende herauskam, dass nur die Chinesen unter dieser Marke produzieren dürften. Vergessen wir das.

Das Elektroauto ist auf dem Vormarsch. In einigen Jahren wird auch die türkische Regierung davon erfahren. Es kommen große Veränderungen auf die Automobilindustrie zu. Machst du die Motorhaube eines Fahrzeuges heutiger Zeit auf, siehst du, dass kaum mehr Raum frei ist, für sonstige Teile. Jetzt stelle dir ein Elektroauto vor. Du machst die Motorhaube auf, was ist da? Nichts, leer. Stimmt! So krass ist die Veränderung. Der kleine Motor liegt zwischen den Rädern und ist ein Teil der Hinterachse, dann noch etwas Elektronik und Ende.

Die Automobilzulieferer werden sich gewaltig umstellen müssen. Da es in der Türkei alles ausländische Marken sind, muss man sich um die keine Sorgen machen, denn sie verfolgen die Trends und werden darauf reagieren. Nur, wie werden sie darauf reagieren?

Es wird gewaltig Personal entlassen werden, denn das Elektroauto wird mit 1/5 der bis jetzt gelieferten Anteil der Zuliefererindustrie auskommen. Die Automatisierung in der Herstellung nimmt außerdem zu. Das bedeutet also nicht, dass 4/5 der Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz verlieren wird, es wir noch mehr sein.
Schon heute verabschieden sich die Autohersteller von den Fließändern. IT und Automatisierungen sorgen für schlankere Produktionsschienen. Die Zukunft ist jetzt. Es geht weiter, mit großen Schritten geht es weiter.

Was macht in dieser Zeit die Türkei?

Wie hat der stellv. Ministerpräsident Simsek letztes Jahr gesagt. „Unser Problem ist die junge Bevölkerung.“ Das sagte er im Zusammenhang mit den bestehenden Arbeitsplätzen und voller Verzweiflung, als wolle er sagen „Wie soll das überhaupt weitergehen?“. Was wird auf der anderen Seite, aus dem gleichen Lager gesagt: „Macht Kinder, am besten 3, 4 ja gar fünf!“
Dann mal los!

Übrigens, einige Wirtschaftsbosse der Türkei sagen: “Wir sind auf Industrie 4.0 gewappnet.” Das möchte ich nicht einmal abstreiten, denn einen der es gesagt hat, kenne ich persönlich, seine Gruppe ist darauf vorbereitet, absolut fortschrittlich und mit den weltweiten Trends auf Augenhöhe. Nur sage ich eines, so viel Fortschritt verträgt die türkische Industrie nicht, wo sich lauter angelernte Arbeiter, ohne Spezialisierung und Bildung tummeln. Der o.g. Entscheider sagt, dass er in knapp fünf Jahren 20.000 Mitarbeiter einsparen kann. Industrie 4.0 bedeutet für die Türkei nur mehr Arbeitslosigkeit, Armut, mit allen Nebenwirkungen davon. Leider!

 

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