„Mein Kind verbringt so viel Zeit am Computer, dass er/sie nicht zum Lernen kommt.“

Der Standardsatz türkischer Eltern. Sicher werdet Ihr jetzt sagen: „Das ist ein weltweites Problem!“

Leider ist dem nicht so. The International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA), mist in der Studie: “International Computer and Information Literacy Study” die Alphabetisierungsgrade der Länder, bei Informationstechnologien. In jedem Teilnehmerland werden die Schüler der 8. Klasse genommen. Diesen werden Fragen zum täglichen Leben, zuhause, in der Schule und im Arbeitsleben gestellt. Die Schüler sollen diese Fragen mit der zur Hilfenahme des Computers/Internets lösen.

Wenn man davon ausgeht, dass ich zumeist mit Kritik aufwarte, damit in der Türkei sich endlich was zum Besseren wendet, dann kann man sich unschwer ausdenken, welche Position die Türkei bei dieser Studie einnimmt. Unter 21 Ländern den letzten Platz. Ganz vorne sind Tschechische Republik, Österreich, Polen und Norwegen. Jetzt könnte man sagen: „Wenn noch mehr Länder an der Studie teilgenommen hätten, würden wir nicht so schlecht dastehen.“

Diese Studie gibt es auch. Information and Communication Technology Index (ICT). Dort nimmt die Türkei den 60. Platz ein.

Zum Glück ist die IEA-Studie sehr aussagekräftig und detailliert, dass man schnell feststellen kann, welches die Gründe sind. Die meisten Schüler haben zuhause kein Internet, kein Computer. Auch in den Schulen sieht es nicht anders aus. In den Schulen mit Internet und Computer, fehlt es den Ausbildern an Eigeninitiative, um daraus was zu machen.

In der Türkei besitzt jeder 80. Schüler der 8. Klasse, einen eigenen Computer. In Norwegen jeder zweite. Nur 10% der türkischen Schüler haben Zugriff auf schnellen Internet.

Was machen wir falsch?

Von den teilnehmenden Nationen hat die Türkei die wenigsten Ausgaben für Bildung. Während z.B. Dänemark 9% des Staatshaushalts für Bildung ausgibt, beträgt die Quote in der Türkei lediglich 2,9%.

Wie zuverlässig sind diese Quellen überhaupt?

Besonders die AKPler fühlen sich bei solchen Ergebnissen in die Ecke getrieben und akzeptieren sie nicht. Nur sind es durchweg unabhängige und viele Quellen, die deckungsgleich sind. Dazu gehören auch die PISA Studie und die wenigen Patentanmeldungen im Lande.

Wenn wir auf die Ausbildung schauen, die unsere Kinder in der Türkei erfahren, muss sich niemand wundern, dass da keine besseren Ergebnisse herauskommen.

Die türkische Jugend, die kommende Generation ist weltweit nicht konkurrenzfähig. Sie brauchen keine Tunnels, Brücken und Straßen aus Beton, sie benötigen Cyber-Autobahnen.

Ich betone nochmals! Ich sage nicht, dass die kommenden Generationen der Türken wenig konkurrenzfähig sind, nein, sie sind überhaupt nicht konkurrenzfähig. Die Türkei wird immer auf schlaue Köpfe und Technologien aus dem Ausland angewiesen sein. Die Chance für das Ausland!

„Weltmacht Türkei 2023“, wird nur ein Gerede und Hoffnungsdenken der  Realitätsfremden bleiben. In 2058 werde ich 100 Jahre alt. Selbst 3023 wird sich nichts ändern, wenn sich die Köpfe nicht ändern und das Bildungssystem sich nicht zum Besseren wendet.

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung, IEA u.a.

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