Kein Silvester feiern dürfen, aber dafür auf alles Wetten, was sich bewegt

tjkWer auf die Idee kam, das mit dem Silvesterfeierlichkeiten im Islam zu einem Thema zu machen, muss man gratulieren. Ein Thema, wo sich alle drauf stürzten. Ein Plakat, wo der Weihnachtsmann von einem bärtigen Moslem mit der Axt bedroht wird u.ä. haben wieder mal Hass geschürt unter den Menschen und den Graben noch tiefer werden lassen.

Es gibt solche Themen, die eine gewisse Zeit die Menschen vom Eigentlichen ablenken und Unruhe stiften. Auf Deutschland umgemünzt, kann man es mit der Schlagzeile vergleichen: „Hund zerfleischt Mädchen (3 Jahre), brutal“. Ab dem Datum, fangen die Hunde in Deutschland an, täglich Menschen zu beißen. So vermelden es zumindest die Medien. Bis dann die Menschen genug haben von den Hunden. Schon hören diese Hunde auch auf zu beißen und werden zu lieben Hunden.

Die beißenden Hunde vergisst man, leider bekommt man das mit dem „bösen Moslem“ nicht mehr so leicht weg, eher überhaupt nicht. Das haftet und wird die Menschen auf Dauer begleiten.

Solange ich denken kann und das ist eine ziemlich lange Zeit bei mir, hat man in den Städten der Türkei, immer schon Silvester gefeiert und zumeist auch beschenkt.  Stark auffällig ist, dass die Silvesterfeiern nur in der Türkei zu einem Thema gemacht wurde. Es geht darum, die Menschen im Lande zu spalten, auf allen Ebenen. Andernorts in den arabischen Metropolen, wurde mächtig gefeiert.

Nehmen wir an, dass Silvester-Feiern wirklich nicht dem Islam entspricht, dann berichte ich Euch mal von dem, was absolut verboten ist, aber dennoch von der Regierung stark propagiert und gefördert wird:  DAS GLÜCKSSPIEL!

KEIN SILVESTER FEIERN dürfen, aber dafür auf alles wetten, was sich bewegt. Die Pferderennplätze in der Türkei reichen nicht aus. Heute und morgen kann man, in den über Eintausend Wettannahmen der Türkei, zusätzlich auf die Rennen in Wolverhampton und Chile wetten. Hälfte vom Umsatz (nicht vom Gewinn sondern vom Umsatz) gehen an den Staat. Du bringst also 100% deines Geldes dahin und versuchst dieses aus 50% der Einsätze wieder zurückzuholen.

Der Türkische Jockey Club hat laut den Zahlen von 2014 ein Vermögen von 9 Mrd. TL. Nach damaligem Euro/TL Kurs von 3,125 Mrd. EUR

Auf die Methode kommt es an. Es gibt Wettarten, noch und nöcher. 7er Wette, wenn du da verloren hast, kannst du direkt die nächsten 6 Rennen in der 6er-Wette spielen, wenn du da verloren hast, kannst du in der 5er Wette versuchen, die Sieger der kommenden 5 Rennen zu treffen. Das wird bis nach unten abgestuft. Ziel ist, dass du am Ende alles an Geld abgeliefert hast.

Dann gibt es die Milli Piyango. Das ist die Staatslotterie. Am 9., 19. und 29. eines jeden Monats gibt es die Ziehung. Lotto, wie in Deutschland, wird an jedem Wochenende gespielt. Die 11er Wette, heißt in der Türkei 13+1. Weil man ja den Ausgang der 13 Fußballspiele ansonsten locker erraten könnte, muss man noch +1 Spiel extra erraten.

Dann die Fußballwette Iddaa (oddset in Deutschland). Schon längst privatisiert und in griechischer Hand. Einmal fragte ich einen, ob er sich den in der japanischen Fußballiga den so gut auskennen würde, dass er Geld auf die Spiele setzt. “Kashima ist eine starke Mannschaft, sollte eigentlich nicht verlieren.” Das wollte ich aber jetzt wissen, ob er wirklich Ahnung hat. Als ich die Ergebnisse mir anguckte, stellte ich fest, der Mann hatte tatsächlich recht gehabt. Kashima gewann. Der Haken war allerdings, Kashima gewann 93 – 78. Es war ein Baskettballspiel und nicht Fußball. So viel zum Expertendasein der türkischen Zocker. Verliert man auf ein Wettschein, schon macht man sich in die Wettannahme und spielt irgendwas, Hauptsache die Lira rollt.

Wenn also jemand jetzt auf Euch zukommt und was von „Silvester-Feiern“ verboten sagt, könnt Ihr ihn fragen, wann das Glücksspiel in der Türkei aufhören würde.

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