Wer zahlt die Zeche?

Sicher wird es nicht alle Unternehmen treffen, aber viele türkische Unternehmen, die Kredite auf Devisen-Basis haben, senden schon lange Notsignale.

Übrigens sind diese Schulden zum Teil auch staatliche Schulden aus vielen gemeinsamen Projekten des Staates mit den Unternehmen. Im letzten Bericht der Zentralbank der Türkei wurde bereits darauf hingewiesen, dass fast alle diese gemeinsamen Schulden in Devisen zu tilgen sind.

Aus den Worten von Minister Simsek kann man erahnen, dass die Situation ernst ist. Er sagte, dass man sich im Ausland informiere, wie diese mit so einer Situation fertig wurden. Entsprechend würde man die nötigen Vorkehrungen treffen.

Wer zahlt nun die Zeche, wenn die Unternehmen das nicht können?

Wenn wir annehmen, dass die Devisenkurse weiter steigen und die TL immer schwächer wird und die Unternehmen allesamt die Schulden nicht begleichen können.
Wird der Staat dann sagen können, dass es die Schulden der privaten Wirtschaft seien und sich raushalten? Natürlich nicht. Die Türkei hat bis heute, egal was kam, auch zu Zeiten der Bankenpleiten der früheren Jahre, alle Verpflichtungen Richtung Ausland bedient.
Hoffen wir, dass es nicht so weit kommt, denn dann werden diese Schulden zu unseren Schulden, die wir mit unseren Steuern zu bezahlen hätten. (Quelle: http://bit.ly/2ijZFcy)

Wie gut es um die Schere, Devisenbestand zu Devisenschulden in 2002 stand und wie katastrophal die Lage momentan ist, zeigt die Tabelle. Der Minus auf der linken Spalte wurde Jahr um Jahr immer größer.
Die Auslandsverschuldung des Staates wurde im Juni 2016 mit 262 Mrd. USD netto beziffert worden (http://bit.ly/2igBOrL).

dovizborcu

1. Spalte: Devisenbestand, 2. Spalte: Verbindlichkeiten in Devisen 3. Spalte: Differenz der Devisenschulden zum Devisenbestand.

„Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen.“

George Orwell

 

 

 

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