9 Tage Zuckerfest + 9 Tage Opferfest | Wer rastet, der rostet.

Dass die türkische Wirtschaft ein hartes 3. Quartal haben würde, war von vorneherein klar. 9 Tage Zuckerfest, zum Abschluss des Ramadan-Monats, wo die Produktivität der fastenden Menschen, ein Monat lang, sowieso auf unterstem Level abläuft und das morgen beginnende Opferfest, ebenfalls mit 9 Ferientagen, hätten alleine schon gereicht, dann kam noch der Putschversuch vom 15. 07. dazu.

Dabei muss man so lange nicht feiern. Immer, wenn es auf diese beiden Feierlichkeiten zugeht, fragt sich die Nation: „Werden die Brückentage zu Feiertagen erklärt?“. Klar, war noch nie anders. Schließlich möchte man für positive Stimmung unterm Volk sorgen. Nicht so aber bei der Wirtschaft.

Die von sonstigen Einflüssen bereinigte Quote des Rückgangs der Produktivität der Industrie im Juli lag bei 7%, gegenüber dem Vormonat (Juni). Im Vergleich zu Juli 2015 betrug der Rückgang gar 8,4% (Türkstat). Der Produktivitätsindex lag im Juli bei 108,9. Davor war es, mit 102,1, am niedrigsten im August 2013. Also hatten wir im Juli 2016, ein drei Jahres Tief.

Hierzu muss man wissen, dass Produktivität in 2010 mit 100 genommen wurde. Nimmt man die ersten 8 Monate dieses Jahres, beträgt der Index 124. Also ist die Produktivität in den letzten 6 Jahren um 24% gewachsen.

Dem schlechten Verlauf in der Industrie, sollte die Dienstleistungsbranche, im Besonderen die Tourismusbranche, entgegenwirken. Dieses wird aber, aus bekannten Gründen, in diesem Jahr kaum möglich sein.

1/3 vom September wird aus Feiertagen bestehen, was dem wirtschaftlichen Wachstum einen weiteren Schlag versetzen wird.

Für das 3. Quartal erwartet man ein Wachstum von unter 3%, nur unter Berücksichtigung der o.g. Umstände, müsste man sich auch über ein Negativwachstum nicht wundern.

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