Deutsches Unternehmen, Türkei, Erfolgreich, Deutsch-Türke …

Fatih Bey ist ein Deutsch-Türke, der an der Spitze eines deutschen Unternehmens in der Türkei steht. Hier ein kurzes Interview mit ihm.

Merhaba Fatih Bey, wird sind im Internet über XING.com vernetzt. Sie stehen an der Spitze der Niederlassung von Walter AG in der Türkei. In welchen Bereichen ist die Walter AG tätig und was meine Leser interessiert, wie sind Sie zu diesem Job gekommen?

Unter dem Dach von Walter sind die fünf Kompetenzmarken Walter, Walter Titex, Walter Prototyp, Walter Valenite und Walter Multiply vereint. Mit einem Produktsortiment von rund 49.000 Katalogwerkzeugen zum Fräsen, Bohren, Drehen und Gewinden ist Walter Komplettanbieter im Bereich der Metallzerspanung. Spezialisten der jeweiligen Kompetenzmarke entwickeln gemeinsam ganzheitliche Bearbeitungslösungen für die Zerspanung. Dabei kommt ihnen ihr umfassendes Know-how in den Branchen Automobil, Luft- und Raumfahrt, Energie, Schienenverkehr und Allgemeiner Maschinenbau zugute.
fatihcelikDer Stammsitz der Walter AG ist in Tübingen, im Süden Deutschlands. Mit 33 Niederlassungen und zahlreichen Vertriebspartnern wird eine weltweite Präsenz auf allen Kontinenten gewährleistet: Globaler Service und technische Kompetenz vor Ort sind für uns sehr wichtig.
Meine Stelle als Geschäftsführer der Vertriebsniederlassung in der Türkei habe ich seit 2010 inne. Die Verbindung zur Firma Walter AG geht zurück bis zu meiner Jugendzeit. Angefangen in der Produktion, vom Marketing über Vertrieb, habe ich seither wertvolle Erfahrungen in verschiedenen Bereichen und Funktionen gesammelt.

Können Sie uns etwas über die Kundenphilosophie der WALTER AG erzählen?

Unser Versprechen gegenüber unseren Kunden lautet ‚Engineering Kompetenz‘. In der modernen Zerspanung geht es um mehr als Drehen, Fräsen, Bohren und Gewinden. Perfektion und Präzision sind nur noch Grundvoraussetzung für den Erfolg unserer Kunden. Es geht um viel mehr. Um Ziele, die jetzt noch als unerreichbar gelten. Und um Lösungen, die heute noch unvorstellbar sind – aber morgen schon zum neuen Maßstab werden.
Wenn unsere Kunden Lösungen für die Herausforderungen von morgen suchen, finden sie Walter. Wer innovative Lösungen sucht, findet Walter. Weltweit.

Wie lange gibt es die Walter AG – Türkei schon ?
Die Vertriebsniederlassung haben wir im Jahre 2008 gegründet.

Mich persönlich interessiert der Zeitrahmen für die Entscheidungsfindung. Was hat die Walter AG bewogen und wie lange hat man gebraucht um diesen Schritt zu gehen ?

Vor der Gründung der eigenen Tochtergesellschaft in der Türkei war die Walter AG durch verschiedene Distributoren lange Jahre vertreten. Durch die Erschließung des türkischen Marktes durch unsere Exportabteilung, angefangen schon in den Neunzigern, waren wir als Marke schon sehr früh auf dem Markt. Es folgten dann tiefergehende Analysen ab 2005 auch vor dem Hintergrund der stabilen politischen Lage und des wirtschaftlichen Aufschwungs, der sich damals schon abzeichnete. Sicherlich war auch ein ausschlaggebender Faktor für die Gründung einer eigenen Niederlassung der Bedarf der ständigen lokalen Betreuung von globalen Kunden wie Bosch, ZF oder beispielsweise Renault.

Viele Branchen fahren momentan auf halber Kraft in der Türkei. Wie wirkt sich das auf Walter-Türkei aus ?

Ich denke nicht, dass viele Branchen momentan auf halber Kraft in der Türkei fahren. Eher im Gegenteil. So hatten wir im August 2015 im verarbeitenden Gewerbe eine sehr hohe Kapazitätsauslastung. Auch wenn man sich im Hinblick der so instabilen politischen Verhältnisse denkt, dass es der inneren Wirtschaft schlecht gehen könnte, haben die BIP Zahlen des zweiten Quartals 2015 jeden eines Besseren belehrt.
Daher war es auch für uns, als Walter in der Türkei, bis jetzt ein gutes Jahr mit ordentlichen Wachstumsraten. Vor allem die Automobilindustrie brummt und wird dieses Jahr, nach Einschätzung des Verbandes TAYSAD, einen neuen Rekord bei den Produktionszahlen aufstellen.
Was man aber sicherlich sagen kann, ist, dass die türkische Wirtschaft ein Niveau erreicht hat, auf dem sie momentan eher still steht als wächst. Und wie Bennigsen-Foerder schon sagte, ist Stillstand Rückschritt. Besonders in einem Land, das sich im letzten Jahrzehnt so rapide entwickelt hat.
Die Wirtschaft braucht Zugang zu den Kapitalmärkten und die Kapitalzuflüsse kommen nun mal in kein Land mit hoher Risikoprämie. Kurz gesagt, wir sind wirtschaftlich gesehen in der Türkei in einer guten Lage aber eben in einem Umfeld, welches dringend wieder klare Verhältnisse braucht, um volle Kraft voraus fahren zu können.
Da wir insbesondere in der Automobilindustrie aktiv sind, läuft es für uns in der Türkei sehr gut.

Bedienen Sie von der Türkei aus verschiedene Exportmärkte ?

Momentan nur die Turkstaaten, aber eher reaktiv als aktiv. Wir konzentrieren uns voll und ganz auf den türkischen Markt, der für uns noch Einiges an Potential bietet. Sicherlich aber wird die Türkei durch ihre einmalige geostrategische Lage in Zukunft ein wichtiges Land für ihre östlichen und südlichen Anrainerstaaten sein.

Gibt es Expansionspläne ?

Die gibt es bei uns immer! Seit der Gründung 2008 haben wir viele unserer Ziele erreicht. Jedoch setzen wir uns immer wieder neue Meilensteine, die sowohl volumen- als auch qualitätsbezogen sind. Insbesondere die Weiterbildung unserer Mitarbeiter und die damit verbundene ständige Entwicklung ihrer Fähigkeiten stehen für uns im Fokus. Wir haben ein hochmotiviertes und junges Team aufgebaut, das die Basis für weitere Expansionspläne sein wird.

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg. 

Share